Ein Universalrad, auch als Lenkrolle bekannt, ermöglicht eine horizontale 360-Grad-Drehung unter dynamischer oder statischer Belastung. Dank dieser Konstruktion kann sich ein Fahrzeug oder Gerät in verschiedene Richtungen bewegen, ohne die Fahrtrichtung ändern oder abbiegen zu müssen.
Ein Universalrad besteht üblicherweise aus einer Mittelachse und mehreren Stützkugeln oder -perlen. Die Mittelachse kann am Fahrzeug oder Gerät befestigt werden, während die Stützkugeln oder -perlen in regelmäßigen Abständen um die Mittelachse angeordnet sind. Die Stützkugeln oder -perlen sind in der Regel über ein Bauteil wie ein Lager mit der Mittelachse verbunden, um einen reibungslosen Lauf des Universalrads zu gewährleisten.
Wird das Universalrad einer äußeren Kraft ausgesetzt, kann sich die Stützkugel bzw. der Stützring frei in mehrere Richtungen drehen, sodass das Fahrzeug oder Gerät in verschiedene Richtungen bewegt werden kann. Soll das Fahrzeug oder Gerät beispielsweise nach links oder rechts bewegt werden, kann einfach das Lenkrad oder der Griff entsprechend gedreht werden. Das Universalrad dreht sich dann frei in der Ebene, in der sich das Fahrzeug oder Gerät befindet, und ermöglicht so die gewünschte Bewegung.
Universalräder werden in einer Vielzahl von Fahrzeugen und Geräten, wie z. B. Kinderwagen, Karren, Pritschenwagen usw., eingesetzt, um deren Beweglichkeit und Flexibilität zu gewährleisten.
Bei Kinderwagen, Einkaufswagen und anderen leichten Geräten hat die Position des Universalrads (vorne oder hinten) keinen großen Einfluss auf die Lenkung. Der Hauptfaktor, der die Montage des Universalrads bestimmt, ist der Einsatzort.
Die Verwendung eines vorne montierten Kardanrings an einem Kinderwagen bietet mehrere Vorteile: Hindernisse lassen sich leicht überfahren und die Bremsen sind einfach zu bedienen. Bei einem solchen Kardanring muss man beim Überfahren eines Hindernisses lediglich auf die Hinterachse treten und mit leichtem Druck die Hand nach unten drücken, um es zu überwinden. Dadurch wird ein Blockieren der Hinterachse vermieden. Die Bremse eines Kinderwagens ist in der Regel in Fahrtrichtung der Räder angebracht. Bei einem hinten montierten Kardanring müssen Eltern zum Bremsen lediglich die Schiebestange festhalten und mit dem Fuß leicht treten. Bei einem hinten montierten Kardanring müssen Eltern zum Bremsen nach vorne laufen, was sehr umständlich ist.
Bei Pritschenwagen mit Ladefläche ist das Universalrad üblicherweise hinten montiert. Dies ermöglicht ein höheres Lenkmoment, da der Lenker so den Drehpunkt um das Vorderrad herum besser im Blick hat und der Hebelarm länger ist. Pritschenwagen werden meist gezogen, da das Sichtfeld beim Ziehen größer ist und die Kraftübertragung einfacher gestaltet werden kann. Unabhängig davon, ob geschoben oder gezogen wird, ist es für Pritschenwagen optimal, wenn die Kraft in die gleiche Richtung wirkt, um das Manövrieren zu erleichtern.
Veröffentlichungsdatum: 27. November 2023

